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Softwareentscheidungen3 Min. Lesezeit

Unternehmenssoftware modernisieren oder ersetzen? Eine praktische Entscheidungshilfe

So können Sie einschätzen, ob ein bestehendes Geschäftssystem verbessert, ersetzt oder zunächst genauer untersucht werden sollte.

Wichtigste Erkenntnisse

  • 1Untersuchen Sie zuerst das Problem im Ablauf, bevor Sie das System ändern.
  • 2Vergleichen Sie eine Verbesserung, den Ersatz einzelner Teile und einen vollständigen Systemwechsel.
  • 3Prüfen Sie die größte Unsicherheit, bevor Sie eine umfassendere Änderung wählen.
Veröffentlicht am
Aktualisiert am
Brian Timmermans, Gründer von Direct Software

Verfasst von

Brian Timmermans

Gründer und technischer Leiter

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Wenn Unternehmenssoftware nicht mehr zu den Arbeitsabläufen passt, scheint ein Ersatz oft naheliegend. Das kann richtig sein. Ein neues System kann jedoch auch dieselben Prozessprobleme übernehmen, zusätzliche Migrationsrisiken schaffen oder den Arbeitsaufwand für die Menschen erhöhen, die darauf angewiesen sind.

Die entscheidende Frage ist nicht nur, wie alt die Software ist. Wichtig ist, welche Teile des Betriebs nicht mehr gut funktionieren, woran das liegt und was sich durch einen Systemwechsel tatsächlich ändern würde.

Entscheidend ist, wo die Arbeit stockt – nicht allein, wie alt die Software ist.

Beginnen Sie bei der Arbeit, nicht bei der Software

Beschreiben Sie den Ablauf, der Schwierigkeiten verursacht. Halten Sie fest, wer beteiligt ist, welche Informationen benötigt werden, wie Aufgaben zwischen Teams oder Systemen übergehen und welche Ausnahmen im Alltag auftreten.

Achten Sie auf konkrete Reibungspunkte:

  • Informationen werden mehrfach in verschiedene Systeme eingetragen.
  • Mitarbeitende nutzen Tabellen, um Lücken zwischen Systemen zu überbrücken.
  • Eine Änderung in einem Ablauf erfordert riskante Anpassungen an anderer Stelle.
  • Die Software unterstützt eine notwendige Regel oder Freigabe nicht.
  • Nutzende umgehen das System, weil es nicht zum tatsächlichen Betrieb passt.

Das sind Hinweise für eine Untersuchung, aber kein Beweis dafür, dass das gesamte System ersetzt werden muss. Fragen Sie, wer betroffen ist, wie oft das Problem auftritt und was geschieht, wenn sich der Ablauf verzögert oder Informationen fehlen. Beziffern Sie Einsparungen oder Verluste nicht ohne belastbare Grundlage.

Finden Sie die Ursache der Einschränkung

Ein sichtbares Softwareproblem kann verschiedene Ursachen haben: eine fehlende Funktion, eine Konfigurationsgrenze, unzuverlässige Daten, eine schwierige Integration, unklare Zuständigkeiten oder einen Prozess, der sich seit der Einführung des Systems verändert hat.

Prüfen Sie vor der Lösungswahl, was das System bereits kann, welche Schnittstellen verfügbar sind, wer es betreut und was während einer Veränderung weiter funktionieren muss. Beziehen Sie sowohl die Menschen ein, die mit dem Ablauf arbeiten, als auch die für den technischen Betrieb Verantwortlichen.

Vergleichen Sie drei Möglichkeiten

Das bestehende System verbessern. Das kann passen, wenn die Einschränkungen klar begrenzt sind, sich das System warten lässt und die zentralen Daten und Abläufe weiterhin nützlich sind. Denkbar sind Konfiguration, eine gezielte Erweiterung, eine Integration oder ein klarerer Arbeitsablauf.

Einen Teil ersetzen. Eine neue Anwendung oder ein neuer Dienst kann eine konkrete Lücke schließen, während andere Systeme bestehen bleiben. Das begrenzt möglicherweise den Umfang der Änderung, macht klare Zuständigkeiten für Daten und Systemgrenzen aber besonders wichtig.

Das System ersetzen. Ein umfassenderer Ersatz kann sinnvoll sein, wenn die bestehende Plattform wichtige betriebliche oder technische Anforderungen nicht erfüllen kann und kleinere Änderungen die grundlegenden Einschränkungen bestehen lassen. Bewerten Sie neben dem Funktionsumfang auch Migration, parallelen Betrieb, Schulung, Integrationen, Kontinuität und künftige Zuständigkeiten.

Machen Sie die Entscheidung überprüfbar

Halten Sie fest, was sich verbessern muss, was zuverlässig bleiben muss, welche Systeme und Personen betroffen sind und was noch unklar ist. Trennen Sie notwendige Anforderungen von Präferenzen. Benennen Sie Risiken, die eine Option ungeeignet machen würden.

Bleibt Unsicherheit, untersuchen Sie zunächst einen repräsentativen Ablauf oder eine zentrale Annahme. Vereinbaren Sie, was geprüft wird und welche Erkenntnisse die Entscheidung verändern würden. Eine kleine Untersuchung ist dann nützlich, wenn sie eine konkrete Frage beantwortet; sie ist nicht automatisch ein verkleinertes Vorhaben.

Eine Entscheidung ist noch keine Beauftragung

Sie benötigen keine vollständige Spezifikation, um Optionen zu vergleichen. Eine klare Beschreibung des betrieblichen Problems, seiner Folgen, der relevanten Systeme und der offenen Fragen ist ein guter Anfang.